The Trail ist ein unglaublich gelungenes Smartphone-Spielchen, wenn da nicht das eine Problem wäre. Irgendein kluger Poet hat mal gesagt, dass der Weg das Ziel sei. Er oder sie war wahrscheinlich im Nebenjob Pendler in einer Sinnspruchkartendruckerei. Auf das neue Spiel „The Trail“ passt dieses Motto aber nicht nur vom spielerischen her wie -Achtung, noch ein Spruch in rosa-kursiv- wie der Kopfhörerstecker an mein Android. Denn bei der lustigen Wanderung über eben den Trail vergeht die Zeit wie im Flug. Kein Wunder bei der Grafik. Kein Wunder bei dem legendären Gamedesigner (Peter Molyneux vgl. Godus). Doch bei all dem Lob auch gleich ein Schatten so dunkel wie ein Schwarzes Loch: Nach Erreichen von Eden bei The Trail ging nach fünf Tagen und etlichen Stunden mein Spielstand verloren. Sowas ist mir auf dem iPhone/iPad noch nie passiert. Auf Android hingegen lagt „The Trail“ wie eine Schildkröte in Winterstarre. Kein Grund, euch die gratis App für Android und iOS nicht trotzdem mal vorzustellen. Kann ja sein, dass dieser gravierende Bug mit dem verlorenen Savegame und die anderen bald behoben wird.
Zum Setting: Das Schiff legt an an neuen Ufern. Dort, ein unentdecktes Land! Juhu! Die Anfangsszene erinnert an den Klassiker Colonization. Doch diesmal geht es nicht planerisch und strategisch um den Aufbau einer Nation und deren mit Dragonern erkämpften Unabhängigkeit, sondern individualistisch in feinster Crafting-Sammellei um das eigene Glück und Heim. Eden soll erreicht werden, welches etliche Schritte entfernt liegt. Howdy. Was euch dort erwartet, das verrate ich euch weiter unten. Doch zuvor noch ein Wort zum Ärgernis mit dem Spielstand, was mich derzeit zur Warnung bringt nicht anzufangen mit „The Trail“ und gleich Recht kein Geld auszugeben (dafür gibt es reichlich Gelegenheit). Marie vom Support hat mir auf mein Klagen zwar geantwortet. Jedoch nur mit der Entschuldigung, dass man meinen Spielstand nicht wiederherstellen könne. Wenn ich mir die 1 Stern Reviews im Store so anschaue, kein Einzelschicksal, was ich da habe.
Auf dem Weg nach Eden
Der Weg wird kein leichter sein, er wird steinig und schwer. Noch so ein Vers. Schritt für Schritt, ganz ohne Fuhrwerk oder Pferd geht es über Berg und Tal hin zum Ziel, was eigentlich keins ist. Hoppla, Teaser voraus. Spielziel von The Trail ist es immer reicher zu werden bzw. ein schön ausgestattetes Haus zu haben, bessere Dinge zu craften. Ja, schon wieder Dinge, die uns voranbringen und so weiter. Eden selbst kann viele Namen haben. Spieler können Städten joinen oder sie gründen, indem sie die ersten Kilometer überstanden haben und dort ein Grundstück kaufen.
Der Weg selbst führt dich als Wanderer durch die Natur. Das Gameplay von The Trail ist unaufgeregt und entspannend (wenn da nicht die diebischen Mitspieler wären!). Rechts und links liegen kleine Objekte versteckt: Fell, Stein, Äpfel und so weiter. Später werden diese immer wertvoller und „besser“: Eisen, Birkenholz, seltenere Felle. Dazu gibt es auch kleine Minispiele fürs Holzfällen und die Jagd. Zwischenstationen in Form von Lagerplätzen laden zum Handeln und Energietanken ein. Denn die Herzen oben links sind das Haupthindernis vorm Erfolg. Ist deine Energie erschöpft, bricht dein Alter-Ego zusammen und andere Spieler können sich deiner Sachen ermächtigen. Klauen nennt man das. Und das passiert in 99 Prozent aller meiner Zusammenbrüche aufs ärgerlichste. Da wird einem die Axt gestohlen und im nächsten Handelsspiel wieder zum Kauf angeboten.
Die Interaktion mit anderen Spielern beschränkt sich außer dem Aufregerthema Diebstahl auf Sprüche wie Hallo sowie eben den Handel. Später in der Gemeinschaft einer Stadt wird es etwas dynamischer, da man z.B. zusammen Kisten für den Händler packt.
Spielzutat Crafting und F2P
Eben ist es schon angeklungen. Das Crafting wie in Minecraft steht hintergründig im Vordergrund. Eigentlich denkt man ja, es geht ums laufen. Eigentlich soll man aber immer besser Craften. Denn nur wer hochwertige Kleidung trägt, der kann die Strecken gut bewältigen. Nur wer bessere Äxte hat, kann die Birken leichter fällen. Und nur, wer sein Haus hochlevelt kann mehr komplexere Dinge herstellen. Das Craftingsystem ist okay, aber aufgrund des kleinen Rucksacks auch etwas friemelig. Ständig fallen Stöcke oder runde Objekte raus und suchen sich zumindest selbst wieder ihren Platz. Crafting bedeutet aber auch Wartezeiten und so sind wir beim F2P.
Das Spiel ist komplett durchkaufbar. Wer Geld investiert, kann sich fast alles auch kaufen. Zumindest wenn es Verkäufer gibt. Aber Wartezeiten beim Crafting gehen damit zumindest vorbei. Apfelsaft dauert nur wenige Augenblicke bis er gereift ist, Bauteile fürs Haus in Eden kosten dann schon mehrere Minuten und ansteigend. Weiterhin kann man sich Wiederbelebungen kaufen und wohl noch so vieles mehr. Werbung ist auch ein großes Element. Wer sie schaut, kann seine Einnahmen im Handelsspiel verdoppeln oder bekommt ein Geschenk. Witzig gemacht ist die als Tänzerin verkleidete Werbetafel auf dem Trail jedoch schon.
Fazit und Download
Womit wir im Fazit bei einem absoluten Thumbs-Up sind. Die Grafik und die musikalische Untermalung sind einfach herrlich. Auch die englische Sprachausgabe mit ihren Akzenten reizt. Cooles Spielkonzept. Dieses teilt die Spielerschaft freilich auch. Denn spätestens wenn man „alles“ entdeckt hat an Spielzutaten, wird es etwas langweiliger. Bis man nach Eden kommt, wirkt alles noch so neu und interessant. Danach wird es schnell Laufroutine, bei welcher man bereits zurückgelegte Streckenparts immer wieder geht, um doch noch ein paar mehr Birkenstöcke zu sammeln.
Für mich ist The Trail trotzdessen eines der besten Spiele 2016. Wenn die Bugs mit den vielen Abstürzen sowie der Spielstandverlust mal gefixed werden, bin ich sogar nochmal bereit vom Start loszulegen.
Updates zur Trail App
Die Version 6834 vom 8. Dezember bringt den Stadtwechsel, 16 neue Quests und neue Hauslevel mit.
Wuff! Alle wollen Hunde! Mit dem Update der Version 7125 vom 1. Februar gibt es neben z.B. neuem Maxlevel fürs Haus auch haarige Begleiter für den Trail. Schaut einem vom Icon ja bereits an. Ich selbst habe ihn leider nur als Angebot gesehen, wonach er im Paket mit Spielzeug lockere 23 Euro kostet. Da ich das zu teuer finde, landet der nicht auf meiner Liste. Das Geld würde ich noch eher dem Tierheim spenden. Erarbeiten kann man sich Hundi aber auch, wie Zokora im Kommentar verrät: Der Hund kostet 75 Favours. Da man aber erst den Laden „Tierhändler“ für 150 Gold gebaut haben muss, dürften nur aktive Städter in den Genuss kommen.
Fragen zur App?
Trotz des erzwungenen Neustarts bin ich schon recht weit fortgeschritten bei The Trail. Gern beantworte ich alle Fragen rund um die App. Sei es, wo ihr bestimmte Objekte finden könnt oder welche Kleidung ihr craften solltet. Fragen zur App The Trail? Dann ab in die Kommentare damit!









