Auf den ersten Blick hält Digimon Up seine Systeme bewusst einfach. Das eigene Digimon läuft durch die Gebiete, Kämpfe werden weitgehend automatisch abgewickelt und neue Systeme öffnen sich schrittweise. Schon nach wenigen Spielstunden füllt sich das Menü allerdings mit Trainingspfaden, Skillkarten, Ausrüstung, Beschwörungen, Farmfeldern, Digivices und mehreren Währungen. Dann stellt sich schnell die Frage, welche Upgrades tatsächlich dauerhaft helfen und welche Ressourcen nur einen kurzfristigen Fortschritt bringen.

Nach rund zwei Tagen intensiver Spielzeit lässt sich zumindest eine erste Richtung erkennen. Wer bereits einen hohen Tamer-Level erreicht, die Karte einmal vollständig durchlaufen und seine Ausrüstung bis in hohe Seltenheitsstufen verbessert hat, stößt zunehmend an die Grenzen der derzeit verfügbaren Inhalte. Die Kämpfe werden länger, die Fortschrittssprünge kleiner und Fehler bei der Ressourcenverteilung entsprechend teurer.

Dabei zeigt sich auch, dass Digimon Up in seiner aktuellen Version keine besonders komplizierte Team-Meta besitzt. Die Wahl des Digimon ist weniger entscheidend, als es die zahlreichen Entwicklungsstufen zunächst vermuten lassen. Deutlich wichtiger sind die passiven Fähigkeiten, die eingesetzten Skillkarten sowie die Frage, ob langfristige Systeme wie Digivices und Farm-Upgrades konsequent ausgebaut werden.

Einige Empfehlungen gelten vor allem für die frühe und mittlere Spielphase. Neue Events, der bislang zeitweise geschlossene Battle Terminal und weitere Digimon können die Gewichtung später verändern. Derzeit lässt sich dennoch recht klar erkennen, welche Mechaniken einen konstanten Vorteil liefern und an welchen Stellen das Spiel versucht, Spieler zu unnötigen Ausgaben zu verleiten.

Wer Digimon Up gerade erst gestartet hat, sollte zunächst die grundlegenden Systeme, täglichen Aufgaben und typischen Anfängerfehler kennen. Diese haben wir bereits im Digimon-Up-Anfänger-Guide mit Tipps für einen schnelleren Fortschritt ausführlich erklärt.

SP-Regeneration ist derzeit die stärkste passive Fähigkeit

Viele Digimon starten mit unterschiedlichen passiven Fähigkeiten. Dazu gehören beispielsweise eine höhere kritische Trefferchance, zusätzliche Angriffswerte oder defensive Boni. In der derzeitigen Spielphase scheint SP-Regeneration allerdings die verlässlichste Wahl zu sein.

Der Vorteil zeigt sich vor allem in längeren Kämpfen. Eine höhere kritische Trefferchance kann einzelne Angriffe deutlich verstärken, bleibt aber vom Zufall abhängig. SP-Regeneration stabilisiert dagegen den gesamten Kampfverlauf. Fähigkeiten können häufiger eingesetzt werden und Heilungs- beziehungsweise Überlebenseffekte stehen regelmäßiger zur Verfügung.

Gerade bei Bosskämpfen ist dieser Unterschied spürbar. Ein Digimon mit schwächerer Grundausrüstung kann länger im Kampf bleiben, wenn seine Fähigkeiten kontinuierlich verfügbar sind. Das erhöht den Gesamtschaden über die komplette Kampfdauer und verhindert, dass ein eigentlich guter Versuch frühzeitig an fehlenden SP scheitert.

Für spezialisierte Builds kann später eine andere passive Fähigkeit sinnvoll werden. Ein reiner Tank könnte von zusätzlichen Verteidigungswerten profitieren, während ein auf kurze Schadensphasen ausgelegtes Team eventuell stärker mit kritischen Treffern arbeitet. Solche Spezialisierungen spielen in den ersten Gebieten und Dungeons bislang nur eine geringe Rolle. Für den allgemeinen Fortschritt ist SP-Regeneration aktuell die sicherste Investition.

Auch bei Nahrungsboni sollte SP-Regeneration deshalb berücksichtigt werden. Angriffswerte bleiben wichtig, doch ein geringfügig höherer Schadenswert hilft wenig, wenn zentrale Fähigkeiten zu selten eingesetzt werden können.

Gegen Bosse sind Einzelziel-Skills stärker als Flächenangriffe

Viele der auffälligen Skillkarten verursachen Flächenschaden. Auf normalen Kartenabschnitten sind diese Fähigkeiten praktisch, weil mehrere Gegner gleichzeitig getroffen und Kämpfe dadurch schneller beendet werden. Bei Bossen verlieren sie einen großen Teil ihres Nutzens.

Vor einem Dungeon oder einem Kampf gegen einen einzelnen starken Gegner sollte das Skillset deshalb angepasst werden. Karten mit hohem Einzelzielschaden können selbst dann sinnvoller sein, wenn ihre Seltenheitsstufe niedriger ausfällt. Eine gewöhnliche oder seltene Karte mit konzentriertem Schaden kann gegen einen Boss mehr bewirken als eine hochwertige Flächenfähigkeit, deren Schaden auf mehrere mögliche Ziele ausgelegt ist.

Besonders deutlich wird das bei Gegnern wie Apocalymon. Hier entscheidet der konstante Schaden auf ein einzelnes Ziel. Die beste Ausrüstung allein reicht häufig nicht aus, wenn die ausgewählten Fähigkeiten für Gruppen ausgelegt sind.

Digimon Up macht auf diesen Unterschied kaum aufmerksam. Da die Kämpfe automatisch laufen, entsteht schnell der Eindruck, dass lediglich die Kampfkraft erhöht werden müsse. Tatsächlich kann bereits der Austausch einiger Skillkarten einen festgefahrenen Bosskampf lösen.

Das Lieblings-Digimon kann ohne großen Nachteil gespielt werden

Bei vielen Digimon-Spielen entscheidet die Auswahl des Monsters früh darüber, welche Rolle ein Team später übernehmen kann. Digimon Up ist in diesem Punkt deutlich großzügiger. Das aktive Digimon lässt sich wechseln, ohne dass dadurch der bisherige Kartenfortschritt verloren geht.

Wer sein erstes Digimon bereits bis Level 99 gebracht hat, kann daher problemlos ein weiteres Monster ausbauen. Der automatische Kampf läuft nach dem Wechsel weiter. Auch ein schwächeres Digimon wird durch die vorhandenen Account-Systeme, Ausrüstung und Trainingsboni getragen.

Das nimmt der Startentscheidung viel Gewicht. Du kannst zunächst das Digimon wählen, das dir optisch oder aufgrund seiner Entwicklungsreihe am besten gefällt. Spätere Wechsel lassen sich über Digimon-Edelsteine und andere Aufwertungsmaterialien ausgleichen.

Ein Beispiel ist der Wechsel zu Wormmon, um anschließend Stingmon und weitere Entwicklungsstufen freizuschalten. Während Wormmon noch aufgebaut wird, kann bei schwierigeren Dungeons jederzeit auf ein stärkeres Digimon zurückgewechselt werden. Ein dauerhafter Nachteil entsteht dadurch nicht.

Langfristig dürfte die Auswahl spezieller Digimon für Events, PvP oder bestimmte Bossmechaniken wichtiger werden. Im aktuellen Hauptfortschritt besitzt der allgemeine Account-Ausbau jedoch erheblich mehr Einfluss als die konkrete Digimon-Wahl.

Digivices bringen langfristig mehr als einzelne Dungeon-Tickets

Im Camp können verschiedene Gegenstände mit erspielten Punkten gekauft werden. Einige davon ermöglichen zusätzliche Dungeon-Durchläufe oder liefern unmittelbar verwendbare Ressourcen. Solche Angebote wirken attraktiv, weil ihr Effekt sofort sichtbar ist.

Langfristig sind Digivices die bessere Priorität. Sie erhöhen dauerhaft die Stärke und wirken über viele Kämpfe hinweg. Da ihr Ausbau zahlreiche Ressourcen benötigt, lohnt es sich, früh mit dem Sammeln zu beginnen.

Digitale Gates und zusätzliche Dungeon-Zugänge können später gekauft werden, sobald genügend Camp-Punkte übrig bleiben. Wer diese Einmalbelohnungen zu früh priorisiert, verzögert dagegen den dauerhaften Ausbau seiner Digivices.

Das gilt besonders für Spieler, die Digimon Up über mehrere Wochen spielen wollen. Ein einzelner Dungeon-Durchlauf kann kurzfristig Material liefern. Ein verbessertes Digivice erhöht dagegen die Leistung auf der Karte, in Dungeons und voraussichtlich auch in späteren Eventmodi.

Die Ausrüstung wächst vor allem durch den Kartenfortschritt

Bessere Ausrüstung entsteht zunehmend durch das Weiterlaufen auf der Weltkarte. Mit höheren Abschnitten verbessert sich die Qualität der möglichen Drops. Dadurch können nach und nach seltene, epische oder legendäre Ausrüstungsteile ersetzt werden.

Es lohnt sich deshalb kaum, lange auf einem vermeintlich perfekten Gegenstand zu verharren. Solange weitere Kartenstufen erreichbar sind, werden neue Drops viele ältere Ausrüstungsteile ohnehin überholen.

Nach einem vollständigen Durchlauf der derzeit verfügbaren Karte verlangsamt sich dieser Prozess. Der Fortschritt hängt dann stärker von Wiederholungen, Trainingswerten und kleineren Verbesserungen ab. Das ist der Punkt, an dem Digimon Up seinen Idle-Charakter deutlich zeigt.

Die Karte muss nicht permanent beobachtet werden. Selbst ein verlorener Kampf ist nur begrenzt problematisch, da der Versuch erneut gestartet wird. Die entscheidende Aufgabe besteht darin, regelmäßig Ausrüstung zu prüfen, Skillkarten anzupassen und neu erhaltene Ressourcen in dauerhafte Systeme zu investieren.

Togemon sollte auf dem Fleischfeld zuerst ausgebaut werden

Das Fleischfeld gehört zu den Systemen, deren Wert anfangs leicht unterschätzt wird. Es produziert Ressourcen für weitere Fortschritte und kann über verschiedene Digimon verbessert werden.

Togemon ist derzeit die sinnvollste erste Priorität. Sein Bonus unterstützt das Wachstum und wirkt dadurch kontinuierlich. Andere Optionen liefern teilweise Samen oder einzelne Ressourcen, deren Nutzen stärker vom Zufall und vom aktuellen Bedarf abhängt.

Gerade bei begrenzten Karotten sollte das Wachstum zuerst verbessert werden. Ein dauerhaft höherer Ertrag zahlt sich über mehrere Tage aus und erleichtert spätere Upgrades. Die übrigen Bereiche können anschließend entwickelt werden, sobald mehr Ressourcen verfügbar sind.

Beim Kauf von Saatgut ist Zurückhaltung sinnvoll. Gute und besonders hochwertige Digi-Meat-Samen kosten vergleichsweise viel und liefern jeweils nur ein einzelnes Produkt. Reguläres Digi Meat kann ebenfalls brauchbare Ergebnisse bringen. Der Preisunterschied steht daher aktuell kaum im Verhältnis zum möglichen Mehrwert.

Eine gelegentlich gekaufte Gießkanne kann den Farmfortschritt beschleunigen. Sie ist allerdings keine Voraussetzung, solange die kostenlosen Produktionsmöglichkeiten regelmäßig genutzt werden.

Pässe bieten das vernünftigste Verhältnis bei Echtgeldkäufen

Digimon Up besitzt zahlreiche Möglichkeiten, echtes Geld auszugeben. Einige Pakete beschleunigen den Fortschritt spürbar, andere liefern nur geringe Mengen einer Ressource und sind bereits nach wenigen Minuten verbraucht.

Wer überhaupt Geld investieren möchte, erhält mit den länger laufenden Pässen wahrscheinlich den besten Gegenwert. Sie verteilen Premiumwährung und weitere Belohnungen über einen längeren Zeitraum. Dadurch fällt der Fortschritt weniger spektakulär aus, ist aber kalkulierbarer.

Kleine Einzelpakete schneiden schlechter ab. Geringe Mengen an Ressourcen, Saatgut oder Dungeon-Gegenständen rechtfertigen ihren Preis häufig nicht. Viele dieser Inhalte können über tägliche Aufgaben, Farmproduktion oder Passbelohnungen gesammelt werden.

Spieler mit sehr hohen Ausgaben können bestimmte Digimon wie WarGreymon deutlich früher erhalten. Dafür sind allerdings schnell mehrere Hundert Euro nötig. Selbst Ausgaben im Bereich von rund 200 Euro reichen nicht aus, um mit den stärksten Ranglistenspielern mitzuhalten. An der Spitze können bereits kurz nach dem Start erhebliche Unterschiede entstehen.

Damit zeigt Digimon Up ein bekanntes Muster vieler Idle-Rollenspiele. Moderate Käufe reduzieren Wartezeiten. Wer in Ranglisten ganz oben mitspielen möchte, muss mit einer erheblich höheren Summe rechnen.

Beschwörungstickets sind wertvoller als unkontrollierte Diamantenausgaben

Beschwörungen gehören zu den Bereichen, in denen Premiumwährung besonders schnell verschwindet. Die garantierten Belohnungen liegen teilweise weit entfernt, wodurch einzelne Diamanteneinsätze kaum planbar sind.

Tägliche kostenlose Beschwörungen und erspielte Tickets sollten deshalb konsequent genutzt werden. Da bestimmte Banner über einen sehr langen Zeitraum verfügbar bleiben, besteht kein akuter Zwang, sofort eine garantierte Belohnung zu erreichen.

Diamanten können punktuell eingesetzt werden, sollten aber nicht vollständig in ein einzelnes Banner fließen. Das gilt vor allem für Spieler, die keine hohen Summen ausgeben wollen. Spätere Events oder neue Digimon könnten deutlich interessantere Einsatzmöglichkeiten bieten.

Wer Geld investieren möchte, sollte zuerst dauerhafte oder täglich wiederkehrende Vorteile prüfen. Direkte Beschwörungskäufe gehören eher zu den teuersten Möglichkeiten, einen vergleichsweise unsicheren Fortschritt zu erzielen.

Truhen auf der Weltkarte müssen nicht möglichst schnell erreicht werden

Auf der digitalen Weltkarte erscheinen Truhen und weitere Felder, die zusätzliche Trainingspunkte oder Tickets enthalten können. Ihr Inhalt wirkt auf den ersten Blick wie ein wichtiges Ziel. Der tatsächliche Ertrag ist jedoch meist überschaubar.

Ein aggressives Vorrücken ausschließlich für eine Truhe lohnt sich daher kaum. Der normale Kartenfortschritt liefert bereits einen großen Teil der benötigten Trainingspunkte. Zusätzliche Felder können geöffnet werden, sobald ausreichend Ressourcen vorhanden sind.

Auch beim Training selbst gibt es bislang wenig Raum für strategische Entscheidungen. Der Pfad wird schrittweise freigeschaltet und entsprechend der verfügbaren Punkte ausgebaut. Eine komplexe Spezialisierung ist in diesem System derzeit nicht vorgesehen.

Wichtiger ist, dass die Trainingsressourcen regelmäßig eingesetzt werden. Unverbrauchte Punkte bringen keinen Vorteil, während selbst kleine Verbesserungen über viele automatische Kämpfe hinweg wirken.

Der aktuelle Endgame-Eindruck bleibt dünn

Nach zwei intensiven Tagen kann Digimon Up bereits einen großen Teil seiner derzeit verfügbaren Inhalte zeigen. Ein hoher Tamer-Level, ein fast vollständig ausgebautes Ausrüstungsset und ein kompletter Kartendurchlauf sind vergleichsweise schnell erreichbar, wenn regelmäßig gespielt und zusätzlich Geld ausgegeben wird.

Danach wird der Abstand zwischen den Upgrades größer. Die Kämpfe dauern länger und viele Fortschritte bestehen aus kleinen Zahlensteigerungen. Für ein Idle-Spiel ist das grundsätzlich erwartbar. Entscheidend wird sein, ob die kommenden Events genügend neue Mechaniken und Ziele liefern.

Der Battle Terminal war zeitweise nicht verfügbar. Damit fehlt aktuell ein wichtiger Hinweis darauf, wie relevant PvP und spezialisierte Builds später werden. Neue Events könnten Tank-Builds, kritische Treffer oder bestimmte Digimon deutlich interessanter machen. In der derzeitigen Hauptkampagne dominiert dagegen ein universeller Aufbau mit SP-Regeneration, Einzelziel-Skills für Bosse und möglichst vielen dauerhaften Account-Upgrades.

Spieler, die Digimon sammeln und ohne Zeitdruck entwickeln möchten, können mit diesem Rhythmus vermutlich länger leben. Wer aktive Kämpfe, komplexe Teamzusammenstellungen oder ständig neue Aufgaben erwartet, dürfte nach einigen Wochen weniger Motivation verspüren.

Die nächsten Events werden daher wichtiger als weitere Ausrüstungssprünge. Sie müssen zeigen, ob Digimon Up über seinen automatischen Fortschrittskreislauf hinaus genügend Abwechslung besitzt. Bis dahin lohnt sich ein zurückhaltender Umgang mit Diamanten und Echtgeld. Viele der aktuell angebotenen Abkürzungen führen lediglich schneller zu dem Punkt, an dem auf das nächste Update gewartet werden muss.